Die autochthone Durella

Die Durella ist eine in den Monti Lessini heimische Rebsorte, eine sehr alte und rustikale Sorte, die goldene Trauben schenkt, deren hauptsächliche Eigenschaft in einem typisch säurebetonten Geschmack liegt sowie in einer dicken Beerenhaut, die auch Gerbstoffe enthält: polyfenolische Substanzen, die man typischerweise eher aus Rotweinen kennt; sie tragen zur Bestimmung der Struktur und des Körpers der Weine bei. Wenn man über autochthone Reben spricht, meint man die Sorten der Vitis vinifera, die sich in sehr spezifischer Art und Weise und dank jahrhundertelanger Selektion durch die Natur und den Menschen an ein besonderes Territorium angepasst haben. Darum sind autochthone Rebsorten in der Lage, ihre natürliche Umgebung gründlich auszulesen und ihre einzigartige Identität an den Wein zu übermitteln. Der Anbau der Durella ist auf den Monti Lessini seit dem Mittelalter bestätigt. Tausend Weinlesen scheinen wenig aber bedeuten tausend Jahre der Anpassung an dieses Terroir; tausend Jahre, um bestmöglich ihre Natur auszudrücken und um heute den Schaumweinen Lessini Durello DOC die typisch vulkanisch-mineralische Note ihrer Böden zu schenken.

Terroir Monti Lessini
Das Terroir im önologischen Sinn ist das Territorium. Warum benutzen wir ein französisches Wort statt der Entsprechung in der eigenen Sprache? Weil es schon in seiner Bedeutung alle Umweltdimensionen mit einschließt, die den Wein beeinflussen: die geografische Position, die geologische Natur, das Mikroklima… Daraus resultiert bereits eine sehr wichtige Konsequenz: ein Terroir ist, per Definition, einzig. Die oberen Täler der Monti Lessini – zwischen den Provinzen Verona und Vicenza – repräsentieren seit jeher eine ideale Umgebung für die Rebe und einen natürlichen "Schrein", in dem der Weinbau die brillantesten Ergebnisse erreichen kann. Die scharfe Silhouette der reliefartigen Erhebungen offenbart sofort ihre vulkanische Natur. Es ist eine tiefgründige Natur, die hauptsächlich den Charakter des Terroirs der Monti Lessini bildet und einen tiefe Prägung im Wein hinterlässt. Und sie drückt sich im Besonderen im Lessini Durello DOC aus: Ein Wein des Territoriums, der kraftvoll seinen vulkanischen Charakter zeigt. Die Rebflächen auf dem oberen Hügel komplettieren das Bild, begünstigt durch die Ausrichtung, die Belüftung und die thermischen Ausschläge: alles bestimmende Faktoren für die Frische und Aromenvielfalt unserer Schaumweine.

Weinbau und Vulkane
Vulkanische Böden sind in jeder Hinsicht außergewöhnlich: Sie repräsentieren nur 1% der Fläche auf der Erde, geben jedoch 10% der Bevölkerung weltweit einen Lebensunterhalt. Sie setzen sich aus Tuffstein und Basalt zusammen, die reich an Eisen, Magnesium und sehr vielen Mikroelementen sind, die sich über die Traube an den Wein übertragen und ihm dabei salzige, würzige und mineralische Eigenschaften geben. Durch die Porosität sind die vulkanischen Böden in der Lage, das Wasser und die Wärme der Sonne zu speichern und bei Bedarf wieder abzugeben. Sie sind außerdem reich an Nährsubstanzen für die Rebe und stellen zudem eine natürliche Barriere gegen Krankheiten aus dem Untergrund dar. Darum kommt der Weinbau auf vulkanischem Boden mit weniger Eingriffen aus und ist damit ökologisch eher tragbar. Italien ist das Weinbauland mit der größten Vielfalt an vulkanischen Böden, auch wenn man die historisch für den Weinbau geeigneten an einer Hand abzählen kann. Unter diesen geeigneten Gebieten muss sicher das an das Soave grenzende Lessini genannt werden, als eine der interessantesten in Norditalien.

Die natürliche Umgebung
Eine weitere Dimension des Terroirs, die in den letzten Jahren zu ihrer vollen Bedeutung aufstieg, ist das Ökosystem. Das Vorhandensein von Wald und Wiesen, Raub- und Bestäubungsinsekten und einheimischen Mikroorganismen, die in Symbiose mit den Pflanzen leben – also die allgemeine, natürliche Artenvielfalt – bilden hoch qualifizierende Elemente, die auf die Qualität des Lebens im Weinberg wirken und sich wiederum nachweislich und unweigerlich in der Qualität des Weins wiederfinden. Das Vorhandensein eines Naturschutzgebiets wie des Naturparks Monti Lessini stellt somit eine sehr wichtige Ressource für unseren Weinbau dar. Es ermutigt uns Produzenten des Lessini Durello Doc, die Methoden der nachhaltigen Landwirtschaft anzuwenden, um dieses Terroir (oder Territorium), als unser größter Reichtum, am besten in unseren Weinen zu spiegeln.